Transport: Fahrverbot in Italien und Arbeiten am Brenner
Der europäische Straßengüterverkehr und der Intermodalverkehr treten in eine Phase mit erhöhtem operativem Risiko ein: Italien wird am Samstag, den 1. August, den Schwerverkehr für den größten Teil des Tages sperren, während Bauarbeiten auf dem Brenner-Korridor den Verkehr zwischen Österreich und Italien weiterhin beeinträchtigen. Gleichzeitig erfordern die neue Maut in den Niederlanden sowie die angespannte Lage der Frachtführer in Belgien eine Aktualisierung der Kalkulationen und eine sorgfältige Auswahl der Subunternehmer.
Erstellt von der CargoNice-Redaktion mit KI-Unterstützung, auf Basis der genannten Quellen und der eigenen Marktdaten von CargoNice. Maschinelle Übersetzung des polnischen Originals. Redaktionsrichtlinien · Polnisches Original lesen
Der Markt heute in Zahlen (Daten von CargoNice)
Der Dieselpreis von Orlen beträgt laut Erhebung vom 31. Juli 2026 6,67 PLN/l; gegenüber der vorherigen Erhebung entspricht dies einer Veränderung von +0,01 PLN/l. Der durchschnittliche Dieselpreis in Polen liegt laut Daten vom 27. Juli 2026 bei 1 817,74 EUR/1000L, gegenüber 2 011,33 EUR/1000L für den EU-Durchschnitt am selben Datum. In Deutschland erreicht der Wert am 27. Juli 2026 2 186,00 EUR/1000L.
Auf dem Spotmarkt beträgt die Spotrate von Polen nach Deutschland laut Erhebung vom 29. Juli 2026 1,63 EUR/km, während die Relation Deutschland–Polen mit 1,17 EUR/km bewertet wird. Das Verhältnis von Fracht- zu Laderaumangebot liegt laut Daten vom 15. Juli 2026 bei 5,70 Ladungen/Fahrzeug.
Interpretation: Die höhere Frachtrate auf der Relation Polen–Deutschland gegenüber dem Rückverkehr und ein Verhältnis von 5,70 Ladungen/Fahrzeug unterstreichen die Bedeutung einer präzisen Rücklaufplanung und der Bestätigung der Fahrzeugverfügbarkeit vor der Angebotsabgabe.
Italien: Das samstägliche Fahrverbot für Lkw verändert die Fahrtenplanung
In Italien gilt am 1. August 2026 außerhalb geschlossener Ortschaften ein Fahrverbot für Fahrzeuge zur Güterbeförderung mit einem zulässigen Gesamtgewicht von mehr als 7,5 Tonnen. Die Beschränkung gilt von 08:00 bis 22:00 Uhr und umfasst auch nicht standardmäßige Fahrzeuge sowie genehmigungspflichtige Schwer- und Großraumtransporte.
Das Fahrverbot fällt auf einen Samstag und wird durch zusätzliche Beschränkungen am Freitagnachmittag, dem 31. Juli, ergänzt. In der Praxis erhöht dies das Risiko einer Bündelung von Ladungen vor dem Wochenende sowie von Verschiebungen der Entladungen auf Montag – sowohl im nationalen Verkehr als auch auf Relationen über die italienische Grenze hinweg.
In die Kalkulation sollten nicht nur die eigentliche Standzeit, sondern auch die Möglichkeit einer vorgezogenen Gestellung des Fahrzeugs, eines Umschlags oder einer Einlagerung einfließen. Besonders sorgfältig zu prüfen sind Transportaufträge, deren Beladungstermin oder Fahrt auf den Übergang von Freitag zu Samstag fällt.
Quelle: Italienisches Ministerium für Infrastruktur und Verkehr
Brenner: Bauarbeiten bis zum 9. August halten das Intermodalrisiko aufrecht
Auf dem Brenner-Korridor laufen umfangreiche Infrastrukturarbeiten, die den grenzüberschreitenden Schienengüterverkehr vom 18. Juli bis zum 9. August 2026 beeinträchtigen. Betroffen ist eine wichtige Verbindung zwischen Österreich und Italien. Dies kann sowohl den Hauptlauf auf der Schiene als auch die An- und Abholung intermodaler Einheiten auf der Straße beeinflussen.
Der Betreiber DHL informiert außerdem über einen Zuschlag für Buchungen, die während der Bauarbeiten durchgeführt werden. Für Angebote Österreich–Italien und Deutschland–Italien reicht es daher nicht aus, die übliche Transitzeit anzusetzen: Vor der Bestätigung des Transportauftrags müssen die Verfügbarkeit und die Bedingungen der konkreten Buchung geprüft werden.
Das Risiko ist für termingebundene Sendungen besonders relevant. Eine für die Schiene vorgesehene Ladung kann eine Alternative auf der Straße erfordern, wenn eine Verzögerung auf dem Brenner den Liefertermin oder die nächste Verbindung im Kundennetz gefährdet.
Niederlande: Die entfernungsabhängige Maut ist bereits Bestandteil des Preises
Seit dem 1. Juli 2026 erheben die Niederlande eine entfernungsabhängige Maut für Lastkraftwagen mit einem Gewicht von mehr als 3,5 Tonnen. Das System hat die niederländische Eurovignette-Regelung abgelöst und gilt sowohl für im Inland als auch für im Ausland zugelassene Fahrzeuge.
Die Maut fällt auf Autobahnen und bestimmten Regionalstraßen an; auch Leerfahrten werden berücksichtigt. Ihre Höhe hängt von der zurückgelegten Entfernung, dem Fahrzeuggewicht, der Euro-Norm und der Emissionsklasse ab. Vom 1. September bis zum 31. Dezember 2026 soll ein befristeter Rabatt von 22,3% gelten.
Alte Kalkulationsannahmen auf Basis einer Vignette oder eines pauschalen nationalen Zuschlags sollten nicht in neue Angebote übernommen werden. Die Kosten sollten in der Frachtführertarifierung und in der Kundenkalkulation klar ausgewiesen werden – auch dann, wenn das Fahrzeug ohne Ladung unterwegs ist.
Belgien: Insolvenzen erhöhen das Risiko bei der Auswahl von Frachtführern
Im ersten Halbjahr 2026 wurden im belgischen Transport- und Logistiksektor 456 Insolvenzen verzeichnet. Allein im zweiten Quartal lag die Zahl der Insolvenzen im Straßengüterverkehr bei 105. Die Daten deuten auf ein höheres Risiko hin, dass die verfügbare und stabile Subunternehmerbasis auf Relationen nach Belgien und innerhalb der Benelux-Staaten schrumpft.
Branchenvertreter zufolge bleibt der Margendruck ein Problem. Zudem gelten seit dem 1. Juli 2026 höhere belgische Mautsätze. Die Kombination aus Kostendruck und Insolvenzen bedeutet, dass ein niedriger Einkaufspreis nicht das einzige Auswahlkriterium für einen Frachtführer sein sollte.
Vor dem Eingehen einer dauerhaften Verpflichtung empfiehlt es sich, den operativen Status und die Zahlungsfähigkeit des Partners erneut zu prüfen. Bei bestätigten Ladungen ist außerdem zusätzliche Transportkapazität erforderlich, um die Folgen einer plötzlichen Nichtverfügbarkeit des Auftragnehmers zu begrenzen.